Methoden

"Wir spielen, wer wir sind!"

 

Gruppentherapie​ (Ego-State-Therapie und Psychodrama)

Nach J.L. Moreno (1889 - 1974), dem Begründer der Psychodrama-Gruppentherapie, ist handeln heilender als reden.

Nach diesem Motto begeben wir uns jeweils mit sechs Mädchen oder sechs Jungen in einen gemeinsamen Therapieprozess. Die Kinder spielen dabei ihre selbst erfundenen Rollen. Jedes Kind gestaltet sein Spiel selbst, ganz so, wie es sich gerade fühlt. Das Kind zeigt damit seine aktuelle Möglichkeit, wie es mit sich und den anderen Kindern im Kontakt sein kann. Es zeigt sich mit all seinen Persönlichkeitsanteilen (Ego-States) ganz spontan. Diese Anteile sind Zustände des Ichs, die wir alle haben. Von der persönlichen Lebensgeschichte geprägt sind sie in starrem oder einseitigem Verhalten (z.B. Wut und Schmerz) gefangen. Durch das direkte Ansprechen des Anteils im Rollenspiel löst sich die Erstarrung, und es kommt zu einer Veränderung in Richtung Harmonisierung der Gefühle.

Im Rollenspiel und durch die Begegnung im geschützten Rahmen mit uns Therapeutinnen erweitert das Kind seinen Handlungsspielraum. Für das einzelne Kind eröffnet sich innerhalb der Gruppe ein Entwicklungsraum, der es ihm ermöglicht, sich selbst zu erweitern, sich neu auszuprobieren. Es kann mit der Zeit flexibler und einfühlender mit sich selbst und mit den anderen umgehen. Das Selbstbewusstsein und die soziale Kompetenz können wachsen. Die Ego-State-Gruppenpsychotherapie ermöglicht wie die Einzeltherapie das Verarbeiten von Konflikten, schwierigen Erlebnissen und traumatischen Erfahrungen.

Literaturauswahl

  • Aichinger, Alfons (2012): Einzel- und Familientherapie mit Kindern. Kinderpsychodrama Bd. 3. Wiesbaden (Verlag für Sozialwissenschaften)

  • Aichinger, A. & Holl, W. (1997): Psychodrama-Gruppentherapie mit Kindern. Mainz (Matthias Grünewald)

  • Brächter, Wiltrud (Hrsg.) (2014): Der singende Pantomine, Ego-State-Therapie und Teilearbeit mit Kindern- und Jugendlichen, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Stoltenberg-Zehnder, Zita: Wir spielen, wer wir sind! Ego-State-Therapie mit Kindergruppen, in: Brächter, Wiltrud (Hrsg.) (2014): Der singende Pantomine, Ego-State-Therapie und Teilearbeit mit Kindern- und Jugendlichen, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Fritzsche Kai (2013): Praxis der Ego-State-Therapie, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • www.psychodrama-ch.ch

Hypnotherapie

Die Weiterbildung in phasisch-systemischer Familientherapie wird von Frau Dr. Carole Gammer zusammen mit ihrem Weiterbildungsteam seit 1974 in Europa und Zürich durchgeführt.


Die phasisch-systemische Therapie und Beratung ist eine Methode zur veränderungswirksamen Begleitung von Systemen wie Familien, Paaren, Teams und Organisationen und auch Einzelpersonen. Im Phasischen Modell liegt der Schwerpunkt der Intervention auf einem stufenweisen Ablauf der Therapie und Beratung. Die Phasen der Therapie und Beratung werden dem von der Klientin/dem Klienten angestrebten Ziel angepasst, und die Tiefe des Prozesses wird selbst gewählt. Der/die TherapeutIn verfolgt erreichbare Ziele, die sowohl den unmittelbaren, wie auch den tieferliegenden Bedürfnissen und Entwicklungsmöglichkeiten der Systeme Rechnung tragen.

Von der Methodik her stehe dem/der TherapeutIn/BeraterIn ein grosses Instrumentarium zur Verfügung. Je nach Stufe der Therapie/Beratung kommen verschiedene Methoden und deren Interventionen zum Tragen. Das Phasische Modell wird der grossen Mannigfaltigkeit von Systemen gerecht, die professionelle Hilfe suchen. Verschiedenartige Systeme werden unterschiedlich behandelt, sowohl in Bezug auf die Zielsetzung innerhalb jeder einzelnen Phase, wie auch in Bezug auf die Wahl und Anwendung der geeigneten Techniken.

Literaturauswahl

  • Gammer, Carole (1981), Phasische Familientherapie. in: Familientherapie in der Sicht psychotherapeutischer Schulen. Kristine Schneider (Hrsg.) - Jungermann Verlag - Paderborn - 1981

  • Gammer, Carole (2009): Die Stimme des Kindes in der Familientherapie, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • www.carolegammer.com

Es ist die "therapeutische Begegnung", die neue Türen zu sich selbst und der Welt öffnet.

Wie Carl R. Rogers (1902-1987) in der personzentrierten Psychotherapie gelehrt hat, ist für mich die einfühlende, wertschätzende und kongruente Haltung gegenüber allem, was die Klientin innerlich erlebt, das Wichtigste. Die psychotherapeutischen Methoden sind hilfreiche Anregungen, wie die Begegnung gestaltet werden kann.

 
 
Gruppentherapie

Ego-State-Therapie

Die Ego-State-Therapie ist ein psychotherapeutischer Ansatz, der mit Persönlichkeitsanteilen, den Ego-States arbeitet (englisch: ego state therapy, lateinisch: ego = ich, englisch: state = Zustand). Diese Anteile sind Zustände, gemeint sind Energien des Ichs, die jede Person hat. Schwierigkeiten im Leben entstehen, wenn Ego-States in Gefühlen wie Angst, Schmerz, Trauma und Wut verharren. Die innere Kommunikation der Anteile untereinander, welche für die psychische Gesundheit sehr wichtig ist, erschwert sich durch diese Erstarrung.

Das Ziel der Ego-State-Therapie ist die Integration, d.h. dass die verschiedenen Ich-Zustände in harmonischen Beziehungen miteinander existieren. Dies erreicht man durch die Auflösung von Konflikten zwischen den verschiedenen Ego-States und durch Verbessern der Kommunikation und Kooperation untereinander. Dabei arbeitet der/die Ego-State-TherapeutIn zusammen mit der Klientin/dem Klienten direkt mit dem Persönlichkeitsanteil oder dem Zustand, statt "nur über ihn zu reden".

Auf der Grundlage der Hypnotherapie von Milton Erickson integriert die Ego-State-Therapie Techniken aus der Einzel-, Familien- und Gruppentherapie.
Die Ego-State-Therapie wurde von den US-Amerikanern John und Helen Watkins ab 1980 aus der Traumatherapie entwickelt. Heute wird sie nicht nur bei Problemen, sondern auch zu Ressourcenaktivierung und Leistungsoptimierung angewendet.

Die Ego-State-Therapie ist für ein breites Behandlungsspektrum geeignet. Sie wird bei akuten Belastungsstörungen, posttraumatischem Stress, bis hin zu dissoziativen Erkrankungen angewendet.
Sie kann auch ressourcenorientiert genutzt werden, was vor allem in der therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und Familien sehr wichtig ist. Ebenso eignet sie sich für Paartherapie, für die Begleitung bei Trauer und Verlust, und als Begleitung in neue Lebensabschnitte. Die Arbeit mit den Ego-States kann in allen Lebensfragen einen vertieften Zugang zu sich selbst schaffen und dadurch die eigene innere Entwicklung fördern.

Literaturauswahl

  • Eine umfassende internationale Ego-State-Therapieliste finden Sie auf www.est-i.org

  • Fritzsche Kai & Hartman Woltemade (2010): Einführung in die Ego-State-Therapie, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Fritzsche Kai (2013): Praxis der Ego-State-Therapie, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Phillips Maggie & Frederick Claire (2003): Handbuch der Hypnotherapie bei posttraumatischen und dissoziativen Störungen. (Carl Auer Systeme Verlag)

  • Watkins John & Watkins Helen (2003): Ego States Theorie und Therapie, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Zanotta, Silvia (2018). Wieder ganz werden. Traumaheilung mit Ego-State-Therapie und Körperwissen. Heidelberg: Carl-Auer Verlag

  • www.egostatetherapie.ch

  • www.egostates.ch

Milton Erickson (1901-1980) gilt als Begründer der Hypnotherapie; einer Therapieform, die darauf spezialisiert ist, Ressourcen und Potentiale eines Menschen freizusetzen und zu nutzen. Hypnotherapie ist gekennzeichnet durch eine flexible Nutzung verschiedener Ebenen der Informationsverarbeitung, wobei in der Trance intuitive, ganzheitliche und bildhafte Reaktionen (sog. unwillkürliche Prozesse) aktiviert und für die Therapie genutzt werden.

Die Kommunikation mit dem Unbewussten als einer inneren Instanz ermöglicht ein Verstehen und Verändern der Symptomatik. Unbewusste Ressourcen werden über Imaginationen zugänglich. Der Kontakt zu den inneren Anteilen (Ego-States-Therapie) wird über die hypnotherapeutische Methode erleichtert und vertieft.

Klinische Hypnose oder Hypnotherapie ist nicht zu verwechseln mit Bühnenhypnose. Sie nutzt die Fähigkeit des Organismus, in Trancezuständen Kräfte freizusetzen, die der Entspannung, Schmerzkontrolle, der Nutzung von Ressourcen, kraftspendenden Imagination etc. dienen können. Klinische Hypnose stützt sich auf allgemeinpsychologische Erkenntnisse und setzt sorgfältige psychotherapeutische Beziehungsgestaltung voraus.

Diese Verfahren kann auch gut bei Prüfungsangst oder als mentales Training vor schwierigen Situationen eingesetzt werden.
Der Klient/die Klientin kann auch Selbsthypnose erlernen und selbständig zuhause üben. Damit wird er/sie über ein sehr effizientes Mittel zur Entspannung und innerer Stärkung einüben. Auch Kinder sprechen gut auf diese Möglichkeit an.

Literaturauswahl

  • Holtz Karl L., Mrochen  Siegfried, Nemetschek Peter, Trenkle Bernhard (Hrsg.) (2007). Neugierig aufs Grosswerden. Praxis der Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen. Heidelberg: Carl Auer Verlag.

  • Revenstorf, Dirk & Peter, Burkhard (2009): Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Manual für die Praxis, Heidelberg (Springer Verlag)

  • Holtz, Karl L. & Mrochen, Siegfried (2009): Einführung in die Hypnotherapie mit Kindern und Jugendlichen, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Trenkle, Bernhard (2009): Die Löwengeschichte. Hypnotisch-metaphorische Kommunikation und Selbsthypnosetraining, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • Schmidt, Gunther (2008): Einführung in die hypnosystemische Therapie und Beratung, Heidelberg (Carl Auer Verlag)

  • www.meg-hypnose.de

 
 

Phasische Paar- und Familientherapie

Traumatherapie für Kinder und Jugendliche

Traumatherapie für Kinder PITT – KID (Ego-State-Therapie)

(Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche nach Andreas Krüger und Luise Reddemann) 

Wenn Menschen im Leben etwas ganz Heftiges erleben, ob über eine lange Zeit oder auch nur einmalig, erschüttert das Ausgeliefertsein in der Situation, die dabei erlittene Ohnmacht, den Betroffenen bis ins Innerste. Ein Notfallprogramm entsteht, um das Überleben zu sichern. Als Folge entstehen Symptome und Störungen, welche im weiteren Leben Ausdruck davon sind, dass die Seele nach wie vor noch nicht wieder „heil“ ist. In der psychodynamisch Imaginativen Traumatherapie (PITT-KID) verstehen wir als ersten Schritt zusammen den Sinn der Störungszeichen, das „Notfallprogramm“ (zit. nach Krüger Andreas), und suchen zusammen mit Übungen nach Stärkung und erneuter Sicherheit, eine Art Selbstberuhigungsfähigkeit. Die inneren Anteile (Ego-States), welche sich nach wie vor im traumatischen Stress befinden, werden dadurch beruhigt und fühlen sich wieder sicher. Methodisch dienen hier je nach Alter des Kindes / Jugendlichen und (auch bei Erwachsenen sehr gut anwendbar!) das Rollenspiel, das freie unbewusste Spiel mit jüngeren Kindern, das kreative Darstellen, Sandbilder und hypnotechnische Verfahren und das Gespräch unter Einbezug der Körperreaktionen (Soma – Ego-State-Therapie). Wenn nach einem stabilisierenden therapeutischen Prozess nach wie vor Symptome bestehen, ist eine Konfrontation mit dem Traumainhalt möglich, welche zum Beispiel mit der Bildschirmtechnik gemeistert werden kann. 

 

Literaturauswahl

  • Krüger, Andreas (2016). Powerbook. Erste Hilfe für die Seele. Band 1. Trauma- Selbsthilfe für junge Menschen. Hamburg: Elbe&Krueger Verlag

  • Krüger, Andreas (2015). Powerbook. Hilfe für des Seele. Band 2. Mehr Trauma- Selbsthilfe für junge Menschen. Hamburg: Elbe&Krueger Verlag

  • Krüger, Andreas (2019). Erste Hilfe für traumatisierte Kinder. Ostfildern: Patmos Verlag

  • Reddemann, Luise (2016) Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie für Kinder und Jugendliche. PITT-KID-Das Manual. Stuttgart: Klett-Cotta Verlag

  • https://ipkj.de